Abwasserverhältnis Umkehrosmose – und warum es entsteht
WIE HOCH IST DAS ABWASSERVERHÄLTNIS BEI DER UMKEHROSMOSE - UND WARUM ENTSTEHT ES ÜBERHAUPT?
Wer sich mit Umkehrosmoseanlagen beschäftigt, stößt schnell auf das Thema Abwasser. Häufig entsteht der Eindruck, dass bei der Umkehrosmose besonders viel Wasser verloren geht. Gleichzeitig stellt sich die Frage, warum dieses Abwasser überhaupt notwendig ist.
Um das richtig einzuordnen, lohnt sich ein Blick auf das technische Prinzip der Umkehrosmose und darauf, welche Aufgabe das Abwasser im System erfüllt.
WAS BEDEUTET DAS ABWASSERVERHÄLTNIS BEI DER UMKEHROSMOSE?
Das Abwasserverhältnis beschreibt das Verhältnis zwischen dem erzeugten Reinwasser und dem Wasseranteil, der als Abwasser abgeführt wird. Dieses Abwasser wird auch als Konzentrat bezeichnet.
Bei der Umkehrosmose wird Leitungswasser unter Druck durch eine spezielle Membran gepresst. Ein Teil des Wassers passiert die Membran und wird zu gereinigtem Osmosewasser. Der andere Teil nimmt die zurückgehaltenen Stoffe auf und verlässt die Anlage als Abwasser.
WIE HOCH IST DAS ABWASSERVERHÄLTNIS BEI UMRKEHROSMOSEANLAGEN?
Ein festes Abwasserverhältnis gibt es nicht. Der tatsächliche Wert hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Anlagentyp, der Wasserdruck, die Temperatur des Wassers und die Qualität des Rohwassers.
Bei vielen klassischen Haushalts-Umkehrosmoseanlagen entsteht im Betrieb mehr Abwasser als Reinwasser. Moderne Anlagen mit optimierter Technik und zusätzlicher Druckerhöhung können deutlich effizienter arbeiten und ein günstigeres Verhältnis erreichen.
Wichtig ist dabei zu beachten, dass Herstellerangaben in der Regel unter idealen Bedingungen ermittelt werden. Im Alltag kann das reale Verhältnis davon abweichen.
WARUM ENTSTEHT BEI DER UMKEHROSMOSE ÜBERHAUPT ABWASSER?
Abwasser ist kein Zeichen für Ineffizienz, sondern ein fester Bestandteil des Umkehrosmose-Verfahrens.
Das Abwasser erfüllt mehrere wichtige Funktionen:
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Es transportiert die von der Membran zurückgehaltenen Stoffe ab
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Es verhindert eine zu hohe Konzentration von Rückständen im System
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Es schützt die Membran vor Ablagerungen und vorzeitigem Verschleiß
Ohne diesen Abwasserstrom würde sich die Membran schneller zusetzen, die Filterleistung sinken und die Lebensdauer der Anlage deutlich verkürzen.
IST EIN GERINGES ABWASSERVERHÄLTNIS IMMER BESSER?
Ein möglichst niedriges Abwasserverhältnis klingt zunächst sinnvoll, ist technisch jedoch nicht unbegrenzt empfehlenswert. Wird der Abwasseranteil zu stark reduziert, kann dies die Membran stärker belasten.
Mögliche Folgen sind:
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schnellere Verschmutzung der Membran
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sinkende Wasserqualität
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kürzere Wartungsintervalle
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höherer Verschleiß der Anlage
Ein ausgewogenes Abwasserverhältnis ist daher immer ein Kompromiss zwischen Effizienz und Betriebssicherheit.
WOVON HÄNGT DAS ABWASSERVERHÄLTNIS AB?
Das tatsächliche Abwasserverhältnis einer Umkehrosmoseanlage wird unter anderem beeinflusst durch:
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den vorhandenen Leitungsdruck
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die Temperatur des Leitungswassers
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die Härte und Belastung des Rohwassers
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die Auslegung der Membran und der Durchflussbegrenzung
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zusätzliche Spül- oder Automatikfunktionen der Anlage
Aus diesem Grund kann das Verhältnis je nach Haushalt und Standort unterschiedlich ausfallen.
WAS IST DAS ABWASSER BEI DER UMKEHROSMOSE?
Das Abwasser einer Umkehrosmoseanlage ist kein Sonderabfall. Es handelt sich um Leitungswasser, in dem die zurückgehaltenen Stoffe stärker konzentriert sind.
In vielen Haushalten wird dieses Wasser für nicht trinkwasserrelevante Zwecke genutzt, etwa im Haushalt oder bei Reinigungsarbeiten. Ob und in welchem Umfang eine Nutzung sinnvoll ist, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab.
WIE LÄSST SICH DAS ABWASSERVERHÄLTNIS REAL ERMITTELN?
Am zuverlässigsten lässt sich das Abwasserverhältnis im laufenden Betrieb bestimmen. Dazu wird über einen bestimmten Zeitraum die Menge an Reinwasser und Abwasser getrennt erfasst und miteinander verglichen.
So erhält man ein realistisches Bild des tatsächlichen Abwasserverhältnisses unter den eigenen Bedingungen.
FAZIT: ABWASSER IST TEIL DES PRINZIPS, NICHT EIN FEHLER
Das Abwasserverhältnis bei der Umkehrosmose ist kein Nachteil im klassischen Sinn, sondern ein notwendiger Bestandteil des Verfahrens. Es sorgt dafür, dass zurückgehaltene Stoffe zuverlässig abgeführt werden und die Membran dauerhaft leistungsfähig bleibt.
Entscheidend ist nicht ein theoretisch möglichst niedriger Wert, sondern ein technisch ausgewogenes Verhältnis, das Wasserqualität, Effizienz und Langlebigkeit der Anlage miteinander verbindet.